12.06.2006
GEW: Rote Karte für Politik nach PISA - Lehrkräfte mehrheitlich für längeres gemeinsames Lernen
 | | Die Bildungsgewerkschaft GEW meldet sich zum Thema 3. LehrerInnenbefragung des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) mit folgender Pressemitteilung: Die Lehrkräfte haben der Bildungspolitik nach dem PISA-Schock die Rote Karte gezeigt, während sie selbst große Reformbereitschaft an den Tag legen. |
Zum ersten Mal sprechen sich fast 60 Prozent der Lehrkräfte dafür aus, dass die Kinder nach der Grundschule weiter gemeinsam lernen sollen, sagte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), während der Vorstellung der 3. Lehrerumfrage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) Dortmund.
Damit habe sich die Zahl der Pädagogen gegenüber 1998 verdoppelt, die der frühen Auslese der Schüler und dem gegliederten Schulwesen eine deutliche Absage erteilen. In den östlichen Bundesländern wollten sogar drei Viertel der Befragten eine gemeinsame Schule für alle Kinder. Selbst bei den traditionell eher ablehnenden Lehrkräften an Realschulen und Gymnasien sei die Quote der entschiedenen Gegner auf ungefähr ein Drittel geschrumpft, ein Fünftel der Befragten sei unentschieden.
Ein ähnliches Ergebnis hatte die Elternbefragung vor zwei Jahren ergeben (IFS-Studie 2004: Zustimmung: 44 Prozent, Ablehnung: 34 Prozent). Eine Schule für alle steht bei Wirtschaft, Eltern und Lehrkräften längst auf der Tagesordnung, auch wenn das die meisten Kultusminister noch nicht wahr haben wollen, unterstrich Demmer. (mehr lesen in der Quelle)