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Magazin Juni 2004

Soziales Lernen - Service Learning
Verantwortung übernehmen in Schule und Gemeinde

/Themenbereiche/Grafiken_service-learning/HS_Meierfeld_HF-012_250px.jpg Die Hauptschule Meierfeld in Herford beteiligt sich auf Initiative des Lehrers Werner Möller-Tacke (auch Koordinator des FÖRMIG-Projekts in Herford und tätig in der Koordinierungsstelle Zuwandererbeschulung beim Schulamt Kreis Herford)  an dem Modellprogramm Service Learning:  

SchülerInnen werden handlungs- und lebensweltlich-orientiert an das Thema Verantwortung herangeführt und leisten bestimmte Aufgaben. Das Projekt wird von der Freudenberg Stiftung gefördert. An der Hauptschule Meierfeld beteiligen sich SchülerInnen verschiedener Klassen am Projekt: Dennis aus der 7 b besucht einen Bauernhof in Elverdissen. Patrick aus der 7 b hilft im Kindergarten Sankt Marien, Aysun und Zahide aus der 7 a engagieren sich in der offenen Ganztagsgrundschule in der Mindener Straße, Bahar aus der 7 a hilft im Kindergarten Stiftberg. Jennifer (7a) macht mit bei der Nachmittagsbetreuung 13 Plus in der Förderschule Tieplatz in Heepen und Dominic (7 a) betreut Kinder im Kindergarten Villa Sonnenschein. Lucie und Maik sind schon älter, sie besuchen die Klasse 10  A3. Die beiden gehen regelmäßig zur Johanniter Unfallhilfe (Ortsgruppe Herford) und lernen, was in Gefahrenssituationen zu tun ist und wie man Menschen retten und helfen kann.

Hier einige Fotoimpressionen über die Verantwortungsbereiche, in denen sich zum Beispiel Ricardo und Hülya (beide sind 13 Jahre und in der Klasse 7 a) engagieren.

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Ricardo unterstützt bei der Betreuung in einer Offenen Ganztagsgrundschule, der Grundschule Stiftberg, hilft bei den Hausaufgaben und gibt Tipps bei der Benutzung des Schulcomputers.

/Themenbereiche/Grafiken_service-learning/Huelya_105px.jpg Hülya engagiert sich regelmäßig zwei Stunden pro Woche im Kindergarten Sankt Josef und unterstützt die Erzieherinnen bei der Betreuung und beim Spielen mit den Kindern.

Hintergrundinfos zum Service Learning

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oben: Ricardo mit den GrundschülerInnen

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Der dunkle Teint, die Haare und die Augen deuten schon an, dass viele Kinder mit Migrationshintergrund dabei sind. Die Eltern dieses computerbegeisterten Mädchens stammen z.B. aus Afghanistan.

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oben: Hülya mit den Kids und den Erzieherinnen

»Durch Verantwortung lernen« ist eine mögliche Übersetzung des Begriffes »service learning«. Die Idee des Service Learning gehört in den USA schon länger zum Schul- und Studienalltag: Schüler und Studenten lernen durch aktive Beteiligung an sozialen, caritativen oder ökologischen Projekten für die Gemeinschaft.

/Themenbereiche/Grafiken_service-learning/s-learning_HS 223tn.jpg Ein Ziel der Projekte ist es, schulisches Lernen über das Klassenzimmer und die Universität hinaus in die Gestaltung der Gemeinde so einzubringen, dass andere Menschen und die Gemeinschaft davon profitieren." (Quelle)

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v.l.: Katrin Stahlhut und Werner Möller-Tacke mit den Jugendlichen

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Die Schulsozialarbeiterin Katrin Stahlhut und Werner Möller-Tacke klären mit Ricardo ab, ob er auch in dieser Woche seinen Job machen kann. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit ist von höchster Bedeutung. Die Ziele des Ansatzes greifen, erzählen sie. Selbst bei Jugendlichen, die in der Schule eher nachlässig sind, stellen sie fest, dass sie ihre kleinen Jobs im Interesse des Gemeinwohls in der Regel mit hohem Verantwortungsgefühl erfüllen.

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In der Schule berichten die Jugendlichen von ihren Erfahrungen mit dem Service Learning.  Ricardo begründet, warum er es gerade wichtig findet, sich während seiner Ganztagsschulbetreuung nicht nur um die Jungs, sondern auch um die Mädchen zu kümmern. Dominic sieht das anders, er spielt nur mit den Jungs. Also wird diskutiert und Ricardos Argumente klingen überzeugend, sehr pädagogisch-reflektiert - alle Achtung!

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Mit dem von Werner Möller-Tacke (links auf dem Baumstamm sitzend) und der Schulsozialarbeiterin Katrin Stahlhut (rechts auf den Fotos) erarbeiteten Konzepten und dem an der Schule umgesetzten "Service Learning " erwerben die SchülerInnen völlig neue Erfahrungen, wichtige Kompetenzen und das Gefühl, dass ihr Engagement Sinn macht.

  • Weitere Informationen und Projekte finden Sie im BLK-Programm Demokratie Lernen & Leben
  • Siehe auch Phillipp Sandermann (2006) : Lebensweltorientiertes „service learning“ als Bildungs- und Sozialarbeit? Möglichkeiten und Grenzen einer kooperativen Praxis zwischen Schule und Jugendhilfe im Gemeinwesen (Klick)
  • Ein Interview mit Wolfgang Edelstein zum Thema Partizipation (Klick)
  • Literaturtipps zur Demokratiepädagogik (Klick)

 

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