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BQN OWL-Abschlusskonferenz: Ergebnisse sichern, den Prozess gemeinsam fortentwickeln!
 | | Am Montag, 19.06.2006, fand die Abschlusskonferenz des Beruflichen Qualifizierungs-Netzwerks Ostwestfalen-Lippe (BQN OWL) in der Universität Bielefeld statt. (Zum Programm) | Dr. Paul Mecheril , Hochschuldozent an der Fakultät für Pädagogik, Uni Bielefeld, und Cemalettin Özer, Projektleiter des BQN OWL, begrüßten die TeilnehmerInnen. Klick zur Einladung  | | Wie schon kürzlich vor 200 ZuhörerInnen bei der Veranstaltung "Ej, du kommst hier nicht rein! Integrationsdesaster..." des Migrationsrates und des Interkulturellen Büros im Bielefelder Rathaus verstand es Mecheril (Foto) mit großer Eloquenz sein Publikum mit neuen Sichtweisen auf Strukturen und Diskurse der Migrationsgesellschaft in den Bann zu ziehen. | Gastreferentin war Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning von der Uni Duisburg-Essen mit einem Vortrag zum Thema "Übergang Schule-Beruf. Partizipationschancen in der Migrationsgesellschaft".  | | Weiterhin wurden die Evaluationsergebnisse des zweijährigen Projektprozesses von Claudia Machold, lokale Evaluationsbeauftragte, Diplompädagogin an der Uni Bielefeld, vorgestellt und von Dr. Paul Mecheril vor dem Hintergund seiner Forshungen kommentiert und ergänzt. |
 | | Die Nachhaltigkeit und Fortsetzung der Aktivitäten zur Verbesserung der Chanchengleichheit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Übergang Schule-Beruf nach dem Ende der Projektlaufzeit soll mit Hilfe eines Memorandums gesichert werden. |
 | | Dieses Memorandum enthält Aussagen zur bildungs- und ausbildungspolitischen Ausgangslage in der Region OWL, skizziert die Problemfelder und Handlungsansätze. Es mündet in zukunftsorientierten Handlungsempfehlungen und konkreten Maßnahmen und wurde verfasst vom BQN-Projektteam, Cemalettin Özer, Projektleiter und Birgit Ebel, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin. |
 | | Das Memorandum soll die Unterschriften von vielen relevanten AkteurInnen und insbesondere den NetzwerkpartnerInnen enthalten, den Arbeitsprozess und den interkulturellen Dialog nach Projektende fortsetzen. |
 | | Mythos Chancengleichheit... Leistungsstarke und motivierte Jugendliche mit Migrationshintergrund - welche Chancen haben sie? Neuere Untersuchungen erhärten die These, dass je besser und höher sie qualifiziert sind, desto benachteiligter sind sie im Wettbewerb mit "einheimisch"-deutschen Jugendlichen um Ausbildungsplätze und attraktive berufliche Positionen. |
 | | Schlusslicht OWL: In OWL ist die Kluft zwischen ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen und dem Angebot an Ausbildungsplätzen eklatant schlechter als in NRW. Der Handlungsdruck für die Region wird auch anhand einer Arbeit des Soziologen Timm Wobbe im Auftrag der SPD-Regionalratsfraktion deutlich (Klick). |
 | | Diskrepanz! In OWL drängen sich demnach 6-8 BewerberInnen auf einen Ausbidungsplatz, in NRW ist das Verhältnis hingegen 3:1. Erklärungsbedürftig ist, warum auch die Schulabschlüsse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in OWL so weit hinter NRW zurückfallen. |
| Die stets aktuellen Statistiken von Dr. Hans-Joachim Keil von der Bezirksregierung Detmold erwiesen sich im Projekt als sehr hilfreich, um Entwicklungen im Bereich der Schulabschlüsse und auf dem Ausbildungsmarkt zu erkennen. (Strukturdaten Monatsbericht Mai 2006) | |  |
 | | Ursula Boos-Nünning konnte anhand neuer Untersuchungen und Zahlen (aktuell erhoben vom BIBB und der Arbeitsagentur) belegen, dass in vielen Fällen ethnische Diskriminierung vorliegt, | wenn selbst MigrantInnenjugendliche mit guten Noten, hoher Leistungsorientierung, herausragender Sprachkompetenz systematisch und weitaus schlechtere Chancen haben Ausbildungsplätze zu bekommen als einheimisch-deutsche Jugendliche.Je besser die MigrantInnenjugendlichen qualifiziert sind, umso geringer sind sogar im Vergleich mit einheimisch-deutschen Jugendlichen ihre Aussichten. "Um diese Zahlen kommen Sie nicht herum! Ich habe es schon immer angenommen, konnte es nur bisher nicht belegen. Nun ist es nachgewiesen."  | | In der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere der Perspektivwechsel - weg von dem ständigen Verweis auf Defizite und hin zu den Potenzialen der Jugendlichen - von besonderer Bedeutung ist. Zu sehr fixiert sind viele AkteurInnen auf Erklärungen, die einseitig auf die geringe Erfolgsquote in Schule und Ausbildung mit Defiziten bei den Jugendlichen verweisen. | Boos-Nünning: "Ich frage dann konsequent, was mit den anderen ist, den Leistungsstarken, wieso auch diese nicht voran kommen, und erst dann kann man herausarbeiten, wo Strukturen ethnischer Diskriminierung vorliegen". Partizipation organisieren! Die Professorin betonte die Wichtigkeit partizipativer Strukturen und die Rolle von Beziehungsnetzen der Mehrheitsgesellschaft für soziale und berufliche Vorteile. MigrantInnen seien zumeist nicht in einflussreichen Positionen, aus relevanten Funktionskreisen seien sie zumeist ausgeschlossen. Sie lobte das im Projektzusammenhang neu geschaffene Gremiums des BQN-Fachbeirates, bestehend aus ExpertInnen mit Migrationshintergrund, die in der Kommune Bielefeld an den Schnittstellen Schule, Jugend, Beruf und Migrationspolitik arbeiten. Ob dieses Gremium weiter bestehen und ob es auf OWL ausgeweitet werden kann, ist derzeit fraglich. Doch diese gebündelte Expertise sollte - so argumentierten mehrere TeilnehmerInnen in der Diskussionsrunde am Nachmittag gegenüber Jörg List, dem neuen Integrations- und Zuwanderungsbeauftragten der Bezirksregierung Detmold - auch bei der Gestaltung der Regionalkonferenz am 24. November 2006 in Paderborn einfließen (Klick zum Regionalrat Detmold). Dieser Prozess zur Regionalentwicklung mit den Themenschwerpunkten Innovation und Berufliche Bildung könne und dürfe nicht ohne eine echte - inhaltlich und zahlenmäßig wirksame - Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund und z.B. den politisch legitimierten VertreterInnen aus den Migrationsräten der Kommunen ablaufen.  | | Ein spannender Newsletter zum BMBF-Programm "Kompetenzen fördern. Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderen Förderbedarf "- Aktuelle Ausgabe 9|2006 (32 Seiten, PDF) |
 | | Mehr über die BQN-Projektarbeit in Ostwestfalen-Lippe im BQN OWL- Info, Ausgabe 2/06 |
 | | "Kompetenzen stärken, Qualifikationen verbessern, Potenziale nutzen. Berufliche Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund". Dokumentation einer Fachkonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Bundesinstituts für Berufsbildung (Nov. 2005). Hrsg. vom Wirtschafts- und sozialpolitischen Forschungs-und Beratungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung Abteilung Arbeit und Sozialpolitik (112 S., PDF, 1,6 MB) |
Die SPD-Regionalratsfraktion hat als erste politische Gliederung in OWL einen umfassenden Bericht zur demografischen Situation in OWL vorgelegt (172 Seiten, PDF 702 KB) (b.e.)
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