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Magazin Juni 2004

Aufruf:

Wir sind Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland!

In der ganzen Bundesrepublik Deutschland gibt es zur Zeit Werbekampagnen, um das Selbstbewusstsein deutscher Bundesbürger zu stärken. Wir Deutsche haben etwas zu bieten, wir Deutsche leisten etwas, wir sind wer!

Das deutsche Bildungssystem wird durch internationale Studien allerdings nicht gut bewertet. Laut der PISA-Studie benachteiligt das deutsche dreigliedrige Schulsystem bei der Vergabe von Bildungschancen die sozial Schwachen, es bevorzugt die sozial privilegierten Bevölkerungsschichten.

Warum reagieren deutsche Bildungspolitiker nicht auf diese internationalen Studien? Warum nehmen sie nicht zur Kenntnis, dass die Länder, die im PISA-Vergleichstest weit vor uns liegen, ein anderes Schulsystem haben? Ein Schulsystem, das Schülerinnen und Schüler deutlich länger in einer Schulform unterrichtet, fördert und fordert, um so viel mehr Schülerinnen und Schülern einen möglichst hohen Schulabschluss zu ermöglichen.

Auch unser Land ist auf viele gut ausgebildete Schülerinnen und Schüler angewiesen, wenn es sich im globalen Wettbewerb behaupten und seine sozialen Sicherungssysteme erhalten will.

Liebe Großeltern, Eltern, Erziehungsberechtigte!

Helfen Sie uns, dafür zu sorgen, dass Bildung in unserem Land wieder erstklassig wird! Helfen Sie uns, dafür zu sorgen, dass unser veraltetes Bildungssystem den durch Globalisierung und Bevölkerungsentwicklung neu definierten Anforderungen angepasst wird!

Gerade die Landesregierung in NRW sorgt mit ihrem neuen Schulgesetz dafür, dass zu wenig Schülerinnen und Schüler die Chance bekommen, angemessene Bildungsabschlüsse zu erreichen. In NRW soll schon vor dem zehnten Lebensjahr der Schülerinnen und Schüler über deren endgültige Schullaufbahn entschieden werden, spätere Wechsel werden nahezu ausgeschlossen. So entfernt sich NRW noch weiter von den PISA-Top-Kandidaten!

Helfen Sie mit, dafür zu sorgen, dass Bildungspolitiker aller Parteien umdenken! Helfen Sie mit, Bildungschancen für alle Kinder zu sichern!

Informieren Sie sich vor Ort, welche Folgen das neue Schulgesetz für Sie und Ihre Kinder hat. Formulieren Sie Ihren Protest und schicken Sie ihn an die Landesregierung.

Alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland müssen in der Sekundarstufe so lange wie möglich in einer Schule unterrichtet werden, damit ihnen die Chance auf einen hohen Bildungsabschluss erhalten bleibt.

U. Alsdorf-Schürmans, H. Becker, G. Begemann, F. Bröker, C. Braun, F. Bröker, F. Busse, M. Cadenbach-Franzisket, B. Dabisch, I. Drebenstedt, W. Frohne, D. Funke, T. Gaydoul-Tönsmann, W. Gevelhoff, H. Goliasch, E. Haendel, S. Heins, P. Ihnofeld, K. Kandner, A. Kappel, A. Kaup, L. Kempker, M. Kozma, C. Kopycziok, C. Kuch, M. Kurtz, R. Löcherer, W. Malcher, U. Mehler-Dachmann, B. Müller, M. Mutz, D. Nehring, A. Niemann, S. Pöppelmann-Terwey, M. Rohrbach, B. Scheele-Winzenried, U. Scheele, U. Schumann, K. Slotta, G. Stanzel, M. Steinmann-Grewe,W. Steinmann, H. Stickdorn,W. Sundermann, K. Vester, B. Vornholt, U. Wauer, M. Wolff, GEW-Bezirksausschuss Detmold

V. i. S. d. P.: Uwe Scheele, Hirschberger Straße 47, 32105 Bad Salzuflen

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