01.10.2004 Infoveranstaltung in Gütersloh: Ausbildungs- und Praktikumplätze in Zuwandererbetrieben 40 Praktikumsplätze für Jugendliche angebotenAm 01.10.2004 ist das Sonderprogramm zur Einstiegsqualifizierung Jugendlicher gestartet. Das Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) fördert hierüber im Rahmen des Ausbildungspaktes Betriebe, welche Praktikumsplätze zur Verfügung stellen.

Jugendliche, die bis dahin keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, soll so eine Einstiegsqualifizierung angeboten werden. Die einjährigen Praktikumsplätze können von der Agentur für Arbeit gefördert werden. In diesem Zusammenhang hatte das Berufliche Qualifizierungs - Netzwerk zur Förderung der Chancengleichheit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Ostwestfalen-Lippe (BQN OWL) am Freitag den 01.Oktober 2004 zu einer Informationsveranstaltung ins Kreishaus Gütersloh geladen. Gekommen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Zuwandererverbänden und -betrieben sowie Migrantenselbstorganisationen. Wegen der hohen Arbeitslosenquote von Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben wir uns vorgenommen, Zuwandererverbände in Kooperation mit den Kammern für den Ausbildungspakt zu gewinnen. In einem ersten Schritt sollen neue Praktikumsplätze geschaffen werden, woraus später Ausbildungsplätze werden können sagte Cemalettin Özer, Koordinator des Beruflichen Qualifizierungs - Netzwerkes in Ostwestfalen (BQN OWL). Fred Kupczyk, Leiter der Abteilung Arbeit und Soziales des Kreises Gütersloh, zeigte sich in seiner Begrüßungsrede erfreut darüber, dass auch Zuwandererunternehmen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung für Jugendliche stellen und so einen Beitrag zur beruflichen Integration der Jugendlichen leisten. Herr Süleyman Sezen, Vorsitzender des Europäischen Arbeitgeber- und Akademiker Verband NRW e.V. (AIB), wies darauf hin, dass es in Deutschland derzeit rund 280. 000 ausländische Betriebe gebe, die in 61 verschiedenen Branchen tätig sind. Allein in Ostwestfalen-Lippe gibt es ca. 3.000 türkischstämmige Unternehmen, von denen rund 30 % eine Ausbildung ermöglichen könnten. Auf dieses Potential ging auch Cemile Gündogdu ein. Die 2. Vorsitzende des Interkulturellen Netzwerk von Akademiker/innen und Unternehmer/innen in OWL e.V. (IKN OWL) führte die geringer Ausbildungsbereitschaft von ca. 10 % u.a. darauf zurück, dass viele Zuwandererbetriebe das duale Ausbildungssystem in Deutschland nicht hinreichend kennen. Zudem wies sie auf Schwierigkeiten mit den Kammern hin, da diese häufig als Genehmigungsbehörde wahrgenommen werden. Für S. Fevzi Aka, den Vorsitzenden des Deutsch-Türkischen Unternehmervereins e.V. (DTU) war es sehr wichtig, dass Jugendliche eine Möglichkeiten bekommen, einen Einblick in das Arbeitsleben zu bekommen. Nicht zuletzt, um so ein Abgleiten vieler Jugendlicher in ein Szenarium aus Hoffnungslosigkeit und Kriminalität zu verhindern. Nach den Eingangsstatements hatten die rund 30 Gäste die Möglichkeit, sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. So erläuterte etwa Swen Binner (IHK Bielefeld) das neue unbürokratische Anerkennungsverfahren für Ausbildungsbetriebe und Ursula Schlüter wies als Mitarbeiterin der Bildungs- und Schulberatung im Kreis Gütersloh auf die Möglichkeiten der Unterstützung durch Berufskollegs hin. Darüber hinaus konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung sich durch mehrsprachige Informationsreader der Agenturen für Arbeit und anderer Organisationen tiefgreifender aufklären lassen. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten Erfahrungsberichte aus bereits ausbildenden Zuwandererbetrieben. Weitere Informationen finden sie unter: http://www.bqnet.de/content/0/1057/1541/ Siehe auch den Artikel aus der Zeitung "Die Glocke" vom 04.10.2004 (klick) und (klick hier) |