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Böhmer legt 7. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor
Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer, hat heute den 7. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer vorgelegt. Der Bericht wurde vom Bundeskabinett zur Kenntnis genommen, anschließend übergab die Staatsministerin den Bericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert.
Schwerpunkte des 7. Lageberichtes sind die Themenfelder Bildung, berufliche Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt. Böhmer sagte bei der Vorstellung: "Der Bericht macht deutlich: Diese Bundesregierung hat in der Integrationspolitik umgesteuert. Wenn es um die Gestaltung von Integration in unserem Land geht, reden wir nicht mehr übereinander, sondern miteinander, und wir packen die Herausforderungen gemeinsam an. Das gilt für die verschiedenen staatlichen Ebenen, für die gesellschaftlichen Gruppen und ganz besonders für die Zugewanderten. Deren Engagement hat mit dazu beigetragen, dass wir mit dem Nationalen Integrationsplan neue Wege in der Integrationspolitik beschreiten und damit neue Chancen für die 15 Millionen Menschen aus Zuwandererfamilien in unserem Land eröffnen konnten."
Als Thema von zentraler Bedeutung für die Integration hob Böhmer die Bildung hervor. Dem Bericht zufolge beträgt der Anteil der Schulabbrecher bei den ausländischen Schulentlassenen 18 Prozent. Auch der Negativtrend bei der Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher habe sich im Berichtszeitraum fortgesetzt: Ihre Ausbildungsquote lag nur noch bei 23 Prozent (Deutsche: 57 Prozent). Rund 40 Prozent verblieben ohne jegliche berufliche Qualifizierung. "Wir können auf kein Talent verzichten. Darum müssen wir die Bildungssituation von jungen Migrantinnen und Migranten deutlich verbessern", forderte Böhmer. Sie verwies dazu auf eine Reihe von Maßnahmen aus dem Nationalen Integrationsplan, etwa die frühe Sprachförderung in Kindergärten und Schulen, die verbesserte Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, das bundesweite Netzwerk für Bildungspaten, die verstärkte Arbeit mit Eltern ausländischer Herkunft sowie den erleichterten Zugang für ausländische Jugendliche zum BAföG.
Zum Bereich Arbeitsmarkt sagte Böhmer, das Arbeitslosigkeitsrisiko von Migrantinnen und Migranten sei noch immer doppelt so hoch wie bei Deutschen. Ein wesentlicher Grund dafür seien fehlende oder unzureichende berufliche Abschlüsse und Qualifikationen. Während nur 12 Prozent der Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund ungelernt seien, hätten fast 40 Prozent der erwerbstätigen Migrantinnen und Migranten keinen Berufsabschluss. Die Staatsministerin appellierte: "Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam dafür sorgen, dass mehr Migrantinnen und Migranten in qualifizierten Tätigkeiten arbeiten können." Dazu müssten auch die spezifischen Potenziale, Kenntnisse und Fertigkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund besser anerkannt und ihr ökonomisches Potenzial stärker genutzt werden, wie es beispielsweise mit der Charta der Vielfalt geschehe. Ihr gehören inzwischen mehr als 230 Unternehmen mit insgesamt über zwei Millionen Beschäftigten an. Positiv habe sich die Selbstständigkeit von Menschen mit Zuwanderungshintergrund entwickelt, erläuterte Böhmer. So lag die Selbstständigenquote der ausländischen Bevölkerung im Berichtszeitraum mit fast 12 Prozent doppelt so hoch wie noch Anfang der 1990er Jahre.
Als entscheidende Ebene für gelingende Integrationspolitik bezeichnete die Staatsministerin die Kommunen. Vor Ort entscheide sich, wie das Zusammenleben gelinge: "Alle sind sich einig: Kommunale Integrationspolitik ist Querschnittsaufgabe und sollte zur Chefsache gemacht werden." Einerseits müssten Dienstleistungen und Angebote der öffentlichen Einrichtungen besser auf die Bedürfnisse von Zugewanderten ausgerichtet werden. Andererseits müssten mehr Migrantinnen und Migranten als Mitarbeiter in den Institutionen beschäftigt werden. "Wir müssen verhindern, dass sich in unseren Großstädten Parallelstrukturen verfestigen", erklärte die Staatsministerin weiter. Entsprechende Initiativen der Kommunen unterstütze die Bundesregierung unter anderem mit dem Programm "Soziale Stadt". Hier seien seit 2006 zusätzliche 40 Millionen Euro bereit gestellt worden.
Mit Blick auf die Situation von Frauen und Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte hob Böhmer hervor, die Bekämpfung von Zwangsverheiratungen und häuslicher Gewalt sowie Schutz und Hilfe für die Opfer stellten eine große Herausforderung für Politik und Gesellschaft dar: "Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die im Nationalen Integrationsplan herausgearbeiteten Probleme gelöst werden. Vor allem Länder und Kommunen sind gefordert, mehr niedrigschwellige Beratungs- und Schutzeinrichtungen bereit zu stellen. Ich appelliere dringend an sie, den benannten Handlungsbedarf ernst zu nehmen und die Strukturen zu verbessern."
Zum Thema Fremdenfeindlichkeit erklärte die Staatsministerin: "Integration kann nur gelingen, wenn Menschen aus Zuwandererfamilien sich in Deutschland angenommen und willkommen fühlen. Fremdenfeindliche und rassistische Gewalttaten sind inakzeptabel und müssen von allen demokratischen Kräften bekämpft werden." Der Bericht zeige die Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung und dokumentiere die erschreckende Anzahl gewalttätiger Übergriffe, beschreibe aber auch die Aktivitäten der Bundesregierung zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. "Unsere neue Initiative Orte der Vielfalt liegt mir dabei besonders am Herzen, denn sie richtet sich gezielt an die Kommunen", sagte Böhmer. "Wir wollen, dass möglichst alle Kommunen die Erklärung für Vielfalt, Toleranz und Demokratie unterschreiben und sich somit verpflichten, konkrete Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu ergreifen."
Der Bericht zeichnet ferner die wichtigsten Entwicklungen der letzten zwei Jahre im Bereich des Einbürgerungs-, Ausländer-, und Ausländersozialrechts nach. Schwerpunkt ist dabei die Darstellung der wesentlichen Inhalte des Richtlinienumsetzungsgesetzes. Mir diesem Gesetz wurden außerdem im Bereich des Ehegattennachzuges, der Integrationskurse und der Einbürgerung integrationspolitisch bedeutsame Rechtsänderungen eingeführt. "Beispielsweise sorgen wir mit dem frühen Spracherwerb im Herkunftsland dafür, dass sich nachziehende Ehegatten von Anfang an besser bei uns zurechtfinden können", unterstrich die Staatsministerin. Böhmer erklärte weiter: "Ein besonders Anliegen war mir die bundeseinheitliche Regelung zum Bleiberecht. Sie ermöglicht in Nachfolge der Bleiberechtsregelung der Innenministerkonferenz von November 2006 dass viele gut integrierte, langjährig in Deutschland lebende Geduldete ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen können."
Böhmer hob ferner die erweiterte Datengrundlage des Berichtes hervor. Durch die Auswertung umfassenden Datenmaterials aus dem Mikrozensus von 2005 sei es möglich gewesen, Analysen zu Personen mit Migrationshintergrund unabhängig von der Staatsangehörigkeit zu erstellen. Böhmer unterstrich: "Angesichts von 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, von denen mehr als die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, reicht die Unterscheidung zwischen Ausländern und Deutschen für die Bewertung der sozialen Realität in Deutschland nicht mehr aus. Die neue Datengrundlage ermöglicht es uns, integrationspolitische Maßnahmen zielgenauer zu konzipieren und durchzuführen." Erfolgreiche Integrationspolitik brauche aber nicht nur gute Planung, sondern auch objektive Kontrolle. Deswegen würden derzeit Indikatoren erarbeitet, mit denen der Grad der Integration von Zugewanderten und der Erfolg integrationspolitischer Maßnahmen gemessen werden könne.
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung www.bundesregierung.de
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Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist online!Mit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) am 18. August 2006 wurde die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) errichtet. Bei ihrer Tätigkeit setzt sich die ADS durch den so genannten horizontalen Ansatz für eine merkmalsunabhängige, übergreifende Strategie zum Schutz vor Benachteiligung ein. Jeder Form der Diskriminierung wird die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Dadurch soll auch ein wirksamer Schutz vor Mehrfachdiskriminierungen erreicht werden.
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes arbeitet unabhängig. Sie hat ihren Sitz in Berlin. Leiterin des rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassenden Teams ist Dr. Martina Köppen. Seit dem 9. November ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes auch im Internet präsent. Unter www.antidiskriminierungsstelle.de sind Informationen zur Arbeit der Stelle und zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz abrufbar. |
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Speziell für mehrsprachige Fachkräfte mit interkulturellem Hintergrund gibt es eine neue Bewerber- und Jobbörse im Internet. Die Mozaik Consulting Interkulturelle Unternehmens- Personalberatung in Bielefeld hat die Entwicklung der Online-Datenbank im Rahmen des EU-geförderten Forum Ost-Teilprojektes „X-Port – interkulturelle Kompetenzagentur für Ostwestfalen-Lippe“ abgeschlossen.
 Das bundesweit einmalige Onlineangebot greift den steigenden Bedarf nach interkulturell gebildeten Fachkräften auf. Unternehmen können Bewerber/-innen aus 33 Branchen und zwischen Sprachkenntnissen von Arabisch bis Weißrussisch wählen. Das System erstellt automatisch eine Übersicht mit geeigneten Kandidat/-innen, aus der Unternehmen bequem die interessantesten Personen auswählen.
Die Bewerber/-innen können ein ausführliches Qualifikationsprofil hinterlegen, in dem über die üblichen Bildungsabschlüsse, Berufserfahrung hinaus auch Länderkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen abgefragt werden. Besonders gesucht sind mehrsprachige Fachkräfte mit und ohne Migrationshintergrund und die über Berufserfahrung im Ausland verfügen.
Wer sich beruflich verändern möchte, über eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder ein Studium verfügt und mehrere Sprachen spricht, kann sich durch ein LogIn unter www.fachkraefte-interkulturell.de registrieren lassen. Die Jobbörse www.fachkraefte-interkulturell.de eignet sich auch für Personen, die berufstätig sind, sich aber verbessern möchten. Jetzt registrieren lohnt sich - das einfach zu bedienende Jobportal ist in der Startphase für Unternehmen und Bewerber/-innen kostenlos.
Informationen und LOGIN unter www.fachkraefte-interkulturell.de oder Tel.: 0521 96682-60 (Mozaik Consulting) E-Mail:fachkraefte-interkulturell@mozaik-consulting.com |
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Eltern und Schule im Dialog►FORUM & INFOMARKT ►WORKSHOPS ►KULTURPROGRAMM ►KINDERBETREUUNG
Samstag, 15. September 2007 Beginn 12.30 Uhr Programm 13.00 bis 17.00 Uhr Geschwister-Scholl-Gesamtschule Detmold Sprottauer Straße 9, 32756 Detmold |
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Staatsministerin Böhmer startet Kampagne "Vielfalt als Chance"
Maria Böhmer betont wirtschaftliches Potenzial von Zuwanderern und lädt ein zum Wettbewerb "Kulturelle Vielfalt in der Ausbildung"
Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, hat gemeinsam mit dem Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Heinrich Tiemann, die Kampagne "Vielfalt als Chance" gestartet. Sie ist Teil des Nationalen Integrationsplans, der auf dem Zweiten Integrationsgipfel am 12. Juli 2007 in Berlin beschlossen wurde. Die Kampagne soll das große wirtschaftliche Potenzial von Menschen mit Zuwanderungshintergrund stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Sie richtet sich vor allem an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Es wird Wettbewerbe, Workshops und Konferenzen geben.
Ein Wettbewerb beginnt gleichzeitig mit der Kampagne am 23. August. Er konzentriert sich auf das Thema "Ausbildung". Bewerben können sich Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die Jugendliche aus Zuwandererfamilien ausbilden und dabei besonders unterstützen. Die Wettbewerbsunterlagen gibt es unter www.vielfalt-als-chance.de oder bei der Regiestelle "Vielfalt als Chance", Alt-Moabit 101b in 10559 Berlin, Telefon 030 399 27 34 56, E-Mail info@vielfalt-als-chance.de . Einsendeschluss ist der 14. Dezember 2007. Staatsministerin Böhmer verleiht die Preise im Februar 2008.
Ausgewählte Auszubildende der besten Groß-Unternehmen im Wettbewerb werden nach Berlin eingeladen, für die besten Kleinst-Unternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Verwaltungen gibt es zweckgebundene Geldpreise: 15 000 Euro für den ersten, 10 000 Euro für den zweiten und 5000 Euro für den dritten Platz. Für besonders gelungene Einsendungen werden außerdem Sonderpreise überreicht.
Im Hinblick auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel rückt das ökonomische Potenzial von in Deutschland lebenden Menschen mit Zuwanderungshintergrund immer stärker in den Fokus der Wirtschaft und der Politik. "Damit unser Land seinen Spitzenplatz in der globalisierten Wirtschaft behaupten kann, muss es uns noch stärker gelingen, die unterschiedlichen Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen in unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren", erklärt die Staatsministerin den Hintergrund der Kampagne.
Bislang gelingt die Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund in den deutschen Arbeitsmarkt nicht so gut wie die von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Migrationshintergrund, und zwar unabhängig vom Bildungsstand. Das ergab eine im Juli veröffentlichte OECD-Studie. Demnach ist die Arbeitslosenquote bei zugewanderten Akademikerinnen und Akademikern (12,5 Prozent im Jahr 2003/2004) fast dreimal so hoch wie bei Gleichqualifizierten ohne Zuwanderungshintergrund (4,4 Prozent). Wesentliche Gründe dafür sind Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Abschlüssen und fehlende Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern.
Zugleich findet aber ein Bewusstseinswandel in der deutschen Wirtschaft statt. Immer mehr Firmen und öffentliche Einrichtungen integrieren "Diversity Management" in ihre Unternehmensstrategie. Fast 100 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben seit dem Start im Dezember 2006 die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet. Die Unternehmensinitiative war von Staatsministerin Böhmer gemeinsam mit Daimler Chrysler, der Deutschen Bank, der Deutschen BP und der Deutschen Telekom ins Leben gerufen worden. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verpflichten sich, die Vielfalt ihrer Beschäftigten im Unternehmen anzuerkennen, wertzuschätzen und zu fördern.
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/
Dorotheenstr. 84 D-10117 Berlin Telefon: 01888 / 272 - 0 Telefax: 01888 / 272 - 2555 |
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BQN OWL-Abschlusskonferenz: Ergebnisse sichern, den Prozess gemeinsam fortentwickeln!
 | | Am Montag, 19.06.2006, fand die Abschlusskonferenz des Beruflichen Qualifizierungs-Netzwerks Ostwestfalen-Lippe (BQN OWL) in der Universität Bielefeld statt. (Zum Programm) | Dr. Paul Mecheril , Hochschuldozent an der Fakultät für Pädagogik, Uni Bielefeld, und Cemalettin Özer, Projektleiter des BQN OWL, begrüßten die TeilnehmerInnen. Klick zur Einladung  | | Wie schon kürzlich vor 200 ZuhörerInnen bei der Veranstaltung "Ej, du kommst hier nicht rein! Integrationsdesaster..." des Migrationsrates und des Interkulturellen Büros im Bielefelder Rathaus verstand es Mecheril (Foto) mit großer Eloquenz sein Publikum mit neuen Sichtweisen auf Strukturen und Diskurse der Migrationsgesellschaft in den Bann zu ziehen. |
Gastreferentin war Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning von der Uni Duisburg-Essen mit einem Vortrag zum Thema "Übergang Schule-Beruf. Partizipationschancen in der Migrationsgesellschaft".  | | Weiterhin wurden die Evaluationsergebnisse des zweijährigen Projektprozesses von Claudia Machold, lokale Evaluationsbeauftragte, Diplompädagogin an der Uni Bielefeld, vorgestellt und von Dr. Paul Mecheril vor dem Hintergund seiner Forshungen kommentiert und ergänzt. |
 | | Die Nachhaltigkeit und Fortsetzung der Aktivitäten zur Verbesserung der Chanchengleichheit von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Übergang Schule-Beruf nach dem Ende der Projektlaufzeit soll mit Hilfe eines Memorandums gesichert werden. |
 | | Dieses Memorandum enthält Aussagen zur bildungs- und ausbildungspolitischen Ausgangslage in der Region OWL, skizziert die Problemfelder und Handlungsansätze. Es mündet in zukunftsorientierten Handlungsempfehlungen und konkreten Maßnahmen und wurde verfasst vom BQN-Projektteam, Cemalettin Özer, Projektleiter und Birgit Ebel, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin. |
 | | Das Memorandum soll die Unterschriften von vielen relevanten AkteurInnen und insbesondere den NetzwerkpartnerInnen enthalten, den Arbeitsprozess und den interkulturellen Dialog nach Projektende fortsetzen. |
 | | Mythos Chancengleichheit... Leistungsstarke und motivierte Jugendliche mit Migrationshintergrund - welche Chancen haben sie? Neuere Untersuchungen erhärten die These, dass je besser und höher sie qualifiziert sind, desto benachteiligter sind sie im Wettbewerb mit "einheimisch"-deutschen Jugendlichen um Ausbildungsplätze und attraktive berufliche Positionen. |
 | | Schlusslicht OWL: In OWL ist die Kluft zwischen ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen und dem Angebot an Ausbildungsplätzen eklatant schlechter als in NRW. Der Handlungsdruck für die Region wird auch anhand einer Arbeit des Soziologen Timm Wobbe im Auftrag der SPD-Regionalratsfraktion deutlich (Klick). |
 | | Diskrepanz! In OWL drängen sich demnach 6-8 BewerberInnen auf einen Ausbidungsplatz, in NRW ist das Verhältnis hingegen 3:1. Erklärungsbedürftig ist, warum auch die Schulabschlüsse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in OWL so weit hinter NRW zurückfallen. |
| Die stets aktuellen Statistiken von Dr. Hans-Joachim Keil von der Bezirksregierung Detmold erwiesen sich im Projekt als sehr hilfreich, um Entwicklungen im Bereich der Schulabschlüsse und auf dem Ausbildungsmarkt zu erkennen. (Strukturdaten Monatsbericht Mai 2006) | |  |
 | | Ursula Boos-Nünning konnte anhand neuer Untersuchungen und Zahlen (aktuell erhoben vom BIBB und der Arbeitsagentur) belegen, dass in vielen Fällen ethnische Diskriminierung vorliegt, |
wenn selbst MigrantInnenjugendliche mit guten Noten, hoher Leistungsorientierung, herausragender Sprachkompetenz systematisch und weitaus schlechtere Chancen haben Ausbildungsplätze zu bekommen als einheimisch-deutsche Jugendliche.Je besser die MigrantInnenjugendlichen qualifiziert sind, umso geringer sind sogar im Vergleich mit einheimisch-deutschen Jugendlichen ihre Aussichten. "Um diese Zahlen kommen Sie nicht herum! Ich habe es schon immer angenommen, konnte es nur bisher nicht belegen. Nun ist es nachgewiesen."  | | In der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere der Perspektivwechsel - weg von dem ständigen Verweis auf Defizite und hin zu den Potenzialen der Jugendlichen - von besonderer Bedeutung ist. Zu sehr fixiert sind viele AkteurInnen auf Erklärungen, die einseitig auf die geringe Erfolgsquote in Schule und Ausbildung mit Defiziten bei den Jugendlichen verweisen. |
Boos-Nünning: "Ich frage dann konsequent, was mit den anderen ist, den Leistungsstarken, wieso auch diese nicht voran kommen, und erst dann kann man herausarbeiten, wo Strukturen ethnischer Diskriminierung vorliegen". Partizipation organisieren! Die Professorin betonte die Wichtigkeit partizipativer Strukturen und die Rolle von Beziehungsnetzen der Mehrheitsgesellschaft für soziale und berufliche Vorteile. MigrantInnen seien zumeist nicht in einflussreichen Positionen, aus relevanten Funktionskreisen seien sie zumeist ausgeschlossen. Sie lobte das im Projektzusammenhang neu geschaffene Gremiums des BQN-Fachbeirates, bestehend aus ExpertInnen mit Migrationshintergrund, die in der Kommune Bielefeld an den Schnittstellen Schule, Jugend, Beruf und Migrationspolitik arbeiten. Ob dieses Gremium weiter bestehen und ob es auf OWL ausgeweitet werden kann, ist derzeit fraglich. Doch diese gebündelte Expertise sollte - so argumentierten mehrere TeilnehmerInnen in der Diskussionsrunde am Nachmittag gegenüber Jörg List, dem neuen Integrations- und Zuwanderungsbeauftragten der Bezirksregierung Detmold - auch bei der Gestaltung der Regionalkonferenz am 24. November 2006 in Paderborn einfließen (Klick zum Regionalrat Detmold). Dieser Prozess zur Regionalentwicklung mit den Themenschwerpunkten Innovation und Berufliche Bildung könne und dürfe nicht ohne eine echte - inhaltlich und zahlenmäßig wirksame - Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund und z.B. den politisch legitimierten VertreterInnen aus den Migrationsräten der Kommunen ablaufen.  | | Ein spannender Newsletter zum BMBF-Programm "Kompetenzen fördern. Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderen Förderbedarf "- Aktuelle Ausgabe 9|2006 (32 Seiten, PDF) |
 | | Mehr über die BQN-Projektarbeit in Ostwestfalen-Lippe im BQN OWL- Info, Ausgabe 2/06 |
 | | "Kompetenzen stärken, Qualifikationen verbessern, Potenziale nutzen. Berufliche Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund". Dokumentation einer Fachkonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Bundesinstituts für Berufsbildung (Nov. 2005). Hrsg. vom Wirtschafts- und sozialpolitischen Forschungs-und Beratungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung Abteilung Arbeit und Sozialpolitik (112 S., PDF, 1,6 MB) |
Die SPD-Regionalratsfraktion hat als erste politische Gliederung in OWL einen umfassenden Bericht zur demografischen Situation in OWL vorgelegt (172 Seiten, PDF 702 KB) (b.e.) |
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Ein guter Ansatz - auch vor Ort! Stärkenorientierte Sprachfördernetzwerke im BLK-Programm FÖRMIG  | | Eine Präsentation zum FÖRMIG-Ansatz in NRW mit besonderer Berücksichtigung der Strukturen und Aktivitäten in den Standorten Bielefeld und Herford (16 Folien, PDF, 1 MB) |
Die Präsentation wurde für eine Veranstaltung am 7.6.2006 in Detmold von Werner Möller-Tacke (zuständiger Koordinator für FÖRMIG-Herford) & Birgit Ebel (zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit von FÖRMIG-NRW) erstellt. Auf der Veranstaltung referierte zudem Prof. Ingrid Gogolin vom FÖRMIG-Programmträger in Hamburg. |
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Good Practice vor Ort: Lernfeld Soziale Verantwortung
 | | Im Rahmen des Ansatzes "Service Learning" werden im Kreis Herford SchülerInnen werden handlungs- und lebensweltlich-orientiert an das Thema Verantwortung herangeführt und leisten bestimmte Aufgaben. |
Das Projekt , das seit einigen Jahren an de r Hauptschule Meierfeld umgesetzt wird, erhält eine Förderung von der Freudenberg Stiftung. Die beteiligten SchülerInnen stammen aus verschiedenen Klassen.  | | Ein- bis zweimal in der Woche besuchen sie regelmäßig soziale und kommunale Einrichtungen und machen auf diese Weise wichtige soziale und außerschulische Erfahrungen. |
Mehr Infos und weitere Fotoimpressionen (Klick) - Weitere Informationen und Projekte finden Sie im BLK-Programm Demokratie Lernen & Leben
- Siehe auch Phillipp Sandermann (2006) : Lebensweltorientiertes service learning als Bildungs- und Sozialarbeit? Möglichkeiten und Grenzen einer kooperativen Praxis zwischen Schule und Jugendhilfe im Gemeinwesen (Klick)
- Ein Interview mit Wolfgang Edelstein zum Thema Partizipation (Klick)
- Literaturtipps zur Demokratiepädagogik (Klick)
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