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Magazin Juni 2004

Aktuelles

Ältere Informationen und Meldungen der Seite "Aktuelles" finden Sie im Nachrichtenarchiv von "owl Interkulturell"



Böhmer legt 7. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland vor

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer, hat heute den 7. Bericht zur Lage der Ausländerinnen und Ausländer vorgelegt. Der Bericht wurde vom Bundeskabinett zur Kenntnis genommen, anschließend übergab die Staatsministerin den Bericht an Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Schwerpunkte des 7. Lageberichtes sind die Themenfelder Bildung, berufliche Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt. Böhmer sagte bei der Vorstellung: "Der Bericht macht deutlich: Diese Bundesregierung hat in der Integrationspolitik umgesteuert. Wenn es um die Gestaltung von Integration in unserem Land geht, reden wir nicht mehr übereinander, sondern miteinander, und wir packen die Herausforderungen gemeinsam an. Das gilt für die verschiedenen staatlichen Ebenen, für die gesellschaftlichen Gruppen und ganz besonders für die Zugewanderten. Deren Engagement hat mit dazu beigetragen, dass wir mit dem Nationalen Integrationsplan neue Wege in der Integrationspolitik beschreiten und damit neue Chancen für die 15 Millionen Menschen aus Zuwandererfamilien in unserem Land eröffnen konnten."


Als Thema von zentraler Bedeutung für die Integration hob Böhmer die Bildung hervor. Dem Bericht zufolge beträgt der Anteil der Schulabbrecher bei den ausländischen Schulentlassenen 18 Prozent. Auch der Negativtrend bei der Ausbildungsbeteiligung ausländischer Jugendlicher habe sich im Berichtszeitraum fortgesetzt: Ihre Ausbildungsquote lag nur noch bei 23 Prozent (Deutsche: 57 Prozent). Rund 40 Prozent verblieben ohne jegliche berufliche Qualifizierung. "Wir können auf kein Talent verzichten. Darum müssen wir die Bildungssituation von jungen Migrantinnen und Migranten deutlich verbessern", forderte Böhmer. Sie
verwies dazu auf eine Reihe von Maßnahmen aus dem Nationalen Integrationsplan, etwa die frühe Sprachförderung in Kindergärten und Schulen, die verbesserte Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, das bundesweite Netzwerk für Bildungspaten, die verstärkte Arbeit mit Eltern ausländischer Herkunft sowie den erleichterten Zugang für ausländische Jugendliche zum BAföG.

Zum Bereich Arbeitsmarkt sagte Böhmer, das Arbeitslosigkeitsrisiko von Migrantinnen und Migranten sei noch immer doppelt so hoch wie bei Deutschen. Ein wesentlicher Grund dafür seien fehlende oder unzureichende berufliche Abschlüsse und Qualifikationen. Während nur 12 Prozent der Erwerbstätigen ohne Migrationshintergrund ungelernt seien, hätten fast 40 Prozent der erwerbstätigen Migrantinnen und Migranten keinen Berufsabschluss. Die Staatsministerin appellierte: "Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam dafür sorgen, dass mehr Migrantinnen und Migranten in qualifizierten Tätigkeiten arbeiten können." Dazu müssten auch die spezifischen Potenziale, Kenntnisse und Fertigkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund besser anerkannt und ihr ökonomisches Potenzial stärker genutzt werden, wie es beispielsweise mit der Charta der Vielfalt geschehe. Ihr gehören inzwischen mehr als 230 Unternehmen mit insgesamt über zwei Millionen Beschäftigten an. Positiv habe sich die Selbstständigkeit von Menschen mit Zuwanderungshintergrund entwickelt, erläuterte Böhmer. So lag die Selbstständigenquote der ausländischen Bevölkerung im Berichtszeitraum mit fast 12 Prozent doppelt so hoch wie noch Anfang der 1990er Jahre.

Als entscheidende Ebene für gelingende Integrationspolitik bezeichnete die Staatsministerin die Kommunen. Vor Ort entscheide sich, wie das Zusammenleben gelinge: "Alle sind sich einig: Kommunale Integrationspolitik ist Querschnittsaufgabe und sollte zur Chefsache gemacht werden." Einerseits müssten Dienstleistungen und Angebote der öffentlichen Einrichtungen besser auf die Bedürfnisse von Zugewanderten ausgerichtet werden. Andererseits müssten mehr Migrantinnen und Migranten als Mitarbeiter in den Institutionen beschäftigt werden. "Wir müssen verhindern, dass sich in unseren Großstädten Parallelstrukturen verfestigen", erklärte die Staatsministerin weiter. Entsprechende Initiativen der Kommunen unterstütze die Bundesregierung unter anderem mit dem Programm "Soziale Stadt". Hier seien seit 2006 zusätzliche 40 Millionen Euro bereit gestellt worden.

Mit Blick auf die Situation von Frauen und Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte hob Böhmer hervor, die Bekämpfung von Zwangsverheiratungen und häuslicher Gewalt sowie Schutz und Hilfe für die Opfer stellten eine große Herausforderung für Politik und Gesellschaft dar: "Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die im Nationalen Integrationsplan herausgearbeiteten Probleme gelöst werden. Vor allem Länder und Kommunen sind gefordert, mehr niedrigschwellige Beratungs- und Schutzeinrichtungen bereit zu stellen. Ich appelliere dringend an sie, den benannten Handlungsbedarf ernst zu nehmen und die Strukturen zu verbessern."

Zum Thema Fremdenfeindlichkeit erklärte die Staatsministerin: "Integration kann nur gelingen, wenn Menschen aus Zuwandererfamilien sich in Deutschland angenommen und willkommen fühlen. Fremdenfeindliche und rassistische Gewalttaten sind inakzeptabel und müssen von allen demokratischen Kräften bekämpft werden." Der Bericht zeige die Verbreitung fremdenfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung und dokumentiere die erschreckende Anzahl gewalttätiger Übergriffe, beschreibe aber auch die Aktivitäten der Bundesregierung zur Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. "Unsere neue Initiative Orte der Vielfalt liegt mir dabei besonders am Herzen, denn sie richtet sich gezielt an die Kommunen", sagte Böhmer. "Wir wollen, dass möglichst alle Kommunen die Erklärung für Vielfalt, Toleranz und Demokratie unterschreiben und sich somit verpflichten, konkrete Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu ergreifen."

Der Bericht zeichnet ferner die wichtigsten Entwicklungen der letzten zwei Jahre im Bereich des Einbürgerungs-, Ausländer-, und Ausländersozialrechts nach. Schwerpunkt ist dabei die Darstellung der wesentlichen Inhalte des Richtlinienumsetzungsgesetzes. Mir diesem Gesetz wurden außerdem im Bereich des Ehegattennachzuges, der Integrationskurse und der Einbürgerung integrationspolitisch bedeutsame Rechtsänderungen eingeführt. "Beispielsweise sorgen wir mit dem frühen Spracherwerb im Herkunftsland dafür, dass sich nachziehende Ehegatten von Anfang an besser bei uns zurechtfinden können", unterstrich die Staatsministerin. Böhmer erklärte weiter: "Ein besonders Anliegen war mir die bundeseinheitliche Regelung zum Bleiberecht. Sie ermöglicht in Nachfolge der Bleiberechtsregelung der Innenministerkonferenz von November 2006 dass viele gut integrierte, langjährig in Deutschland lebende Geduldete ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen können."

Böhmer hob ferner die erweiterte Datengrundlage des Berichtes hervor. Durch die Auswertung umfassenden Datenmaterials aus dem Mikrozensus von 2005 sei es möglich gewesen, Analysen zu Personen mit Migrationshintergrund unabhängig von der Staatsangehörigkeit zu erstellen. Böhmer unterstrich: "Angesichts von 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, von denen mehr als die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, reicht die Unterscheidung zwischen Ausländern und Deutschen für die Bewertung der sozialen Realität in Deutschland nicht mehr aus. Die neue Datengrundlage ermöglicht es uns, integrationspolitische Maßnahmen zielgenauer zu konzipieren und durchzuführen." Erfolgreiche Integrationspolitik brauche aber nicht nur gute Planung, sondern auch objektive Kontrolle. Deswegen würden derzeit Indikatoren erarbeitet, mit denen der Grad der Integration von Zugewanderten und der Erfolg integrationspolitischer Maßnahmen gemessen werden könne.

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
www.bundesregierung.de




Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist online!

Mit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) am 18. August 2006 wurde die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) errichtet. Bei ihrer Tätigkeit setzt sich die ADS durch den so genannten horizontalen Ansatz für eine merkmalsunabhängige, übergreifende Strategie zum Schutz vor Benachteiligung ein. Jeder Form der Diskriminierung wird die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Dadurch soll auch ein wirksamer Schutz vor Mehrfachdiskriminierungen erreicht werden.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes arbeitet unabhängig. Sie hat ihren Sitz in Berlin. Leiterin des rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassenden Teams ist Dr. Martina Köppen.
Seit dem 9. November ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes auch im Internet präsent. Unter www.antidiskriminierungsstelle.de sind Informationen zur Arbeit der Stelle und zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz abrufbar.


Erste Interkulturelle Online-Jobbörse www.fachkraefte-interkulturell.de startet !

Speziell für mehrsprachige Fachkräfte mit interkulturellem Hintergrund gibt es eine neue Bewerber- und Jobbörse im Internet. Die Mozaik Consulting Interkulturelle Unternehmens- Personalberatung in Bielefeld hat die Entwicklung der Online-Datenbank im Rahmen des EU-geförderten Forum Ost-Teilprojektes „X-Port – interkulturelle Kompetenzagentur für Ostwestfalen-Lippe“ abgeschlossen.

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Das bundesweit einmalige Onlineangebot greift den steigenden Bedarf nach interkulturell gebildeten Fachkräften auf. Unternehmen können Bewerber/-innen aus 33 Branchen und zwischen Sprachkenntnissen von Arabisch bis Weißrussisch wählen. Das System erstellt automatisch eine Übersicht mit geeigneten Kandidat/-innen, aus der Unternehmen bequem die interessantesten Personen auswählen.

Die Bewerber/-innen können ein ausführliches Qualifikationsprofil hinterlegen, in dem über die üblichen Bildungsabschlüsse, Berufserfahrung hinaus auch Länderkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen abgefragt werden. Besonders gesucht sind mehrsprachige Fachkräfte mit und ohne Migrationshintergrund und die über Berufserfahrung im Ausland verfügen.

Wer sich beruflich verändern möchte, über eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder ein Studium verfügt und mehrere Sprachen spricht, kann sich durch ein LogIn unter www.fachkraefte-interkulturell.de registrieren lassen. Die Jobbörse www.fachkraefte-interkulturell.de eignet sich auch für Personen, die berufstätig sind, sich aber verbessern möchten. Jetzt registrieren lohnt sich - das einfach zu bedienende Jobportal ist in der Startphase für Unternehmen und Bewerber/-innen kostenlos.

Informationen und LOGIN unter www.fachkraefte-interkulturell.de
oder Tel.: 0521 96682-60 (Mozaik Consulting)
E-Mail:fachkraefte-interkulturell@mozaik-consulting.com



Interkulturelle Praxis in OWL Vielfalt macht Schule (Flyer, PDF)

Eltern und Schule im Dialog

Stärkung der Elternmitwirkung in der Region OWL

►FORUM & INFOMARKT
►WORKSHOPS
►KULTURPROGRAMM
►KINDERBETREUUNG

Samstag, 15. September 2007
Beginn 12.30 Uhr
Programm 13.00 bis 17.00 Uhr
Geschwister-Scholl-Gesamtschule Detmold
Sprottauer Straße 9, 32756 Detmold


Staatsministerin Böhmer startet Kampagne "Vielfalt als Chance"

Maria Böhmer betont wirtschaftliches Potenzial von Zuwanderern und lädt ein zum Wettbewerb "Kulturelle Vielfalt in der Ausbildung"

/Aktuelles/boehmma0.jpegDie Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, hat gemeinsam mit dem Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Heinrich Tiemann, die Kampagne "Vielfalt als Chance" gestartet. Sie ist Teil des Nationalen Integrationsplans, der auf dem Zweiten Integrationsgipfel am 12. Juli 2007 in Berlin beschlossen wurde. Die Kampagne soll das große wirtschaftliche Potenzial von Menschen mit Zuwanderungshintergrund stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Sie richtet sich vor allem an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Es wird Wettbewerbe, Workshops und Konferenzen geben.

Ein Wettbewerb beginnt gleichzeitig mit der Kampagne am 23. August. Er konzentriert sich auf das Thema "Ausbildung". Bewerben können sich Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die Jugendliche aus Zuwandererfamilien ausbilden und dabei besonders unterstützen. Die Wettbewerbsunterlagen gibt es unter
www.vielfalt-als-chance.de oder bei der Regiestelle "Vielfalt als Chance", Alt-Moabit 101b in 10559 Berlin, Telefon 030 399 27 34 56, E-Mail info@vielfalt-als-chance.de . Einsendeschluss ist der 14. Dezember 2007.
Staatsministerin Böhmer verleiht die Preise im Februar 2008.

Ausgewählte Auszubildende der besten Groß-Unternehmen im Wettbewerb werden nach Berlin eingeladen, für die besten Kleinst-Unternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Verwaltungen gibt es zweckgebundene Geldpreise: 15 000 Euro für den ersten, 10 000 Euro für den zweiten und 5000 Euro für den dritten Platz. Für besonders gelungene Einsendungen werden außerdem Sonderpreise überreicht.

Im Hinblick auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel rückt das ökonomische Potenzial von in Deutschland lebenden Menschen mit Zuwanderungshintergrund immer stärker in den Fokus der Wirtschaft und der Politik. "Damit unser Land seinen Spitzenplatz in der globalisierten Wirtschaft behaupten kann, muss es uns noch stärker gelingen, die unterschiedlichen Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen in unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu integrieren", erklärt die Staatsministerin den Hintergrund der Kampagne.

Bislang gelingt die Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund in den deutschen Arbeitsmarkt nicht so gut wie die von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Migrationshintergrund, und zwar unabhängig vom Bildungsstand. Das ergab eine im Juli veröffentlichte OECD-Studie. Demnach ist die Arbeitslosenquote bei zugewanderten Akademikerinnen und Akademikern (12,5 Prozent im Jahr 2003/2004) fast dreimal so hoch wie bei Gleichqualifizierten ohne Zuwanderungshintergrund (4,4 Prozent). Wesentliche Gründe dafür sind Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Abschlüssen und fehlende Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern.

Zugleich findet aber ein Bewusstseinswandel in der deutschen Wirtschaft statt. Immer mehr Firmen und öffentliche Einrichtungen integrieren "Diversity Management" in ihre Unternehmensstrategie. Fast 100 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben seit dem Start im Dezember 2006 die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet. Die Unternehmensinitiative war von Staatsministerin Böhmer gemeinsam mit Daimler Chrysler, der Deutschen Bank, der Deutschen BP und der Deutschen Telekom ins Leben gerufen worden. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verpflichten sich, die Vielfalt ihrer Beschäftigten im Unternehmen anzuerkennen, wertzuschätzen und zu fördern.


Presse- und Informationsamt der
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Dorotheenstr. 84
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